31. August 2014:

Pastoralreferent Boris Kassebeer

Aphorismen, also diese kurzen, knackigen Sinnsprüche, die man sich so gut merken kann. Und die menschliche Weisheit und Lebenserfahrung oft überraschend auf den Punkt bringen. Einer meiner liebsten Aphorismen ist zugleich auch einer der ältesten: „Das einzig Verlässliche ist die Veränderung.“, dachte schwermütig einst Heraklit vor 2500 Jahren in Ephesus. Ich höre fast noch sein tiefes Seufzen!

Und auch Sie haben in Ihren Glaubensgemeinden in der Gemeinschaft der Gemeinden Erkelenz gerade in jüngster Zeit zahlreiche Veränderungen erfahren:

in Gottesdienstfeiern und Gemeindeleben, in gewachsenen Beziehungen und vertrauten Gesichtern. Manches hat sicher verunsichert, mancher Abschied traurig gestimmt. Manch Neues ist spannend und verheißungsvoll.

Und nun wieder ein neues Gesicht.
Mein Name ist Boris Kassebeer. Ich bin 43 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter in einem lebendigen Lebensalter (13 und 15 Jahre). Neben meiner Familie liebe ich die Berge und das Motorradfahren, am liebsten beides zusammen.
Nach dem Theologiestudium führten mich berufliche Stationen nach Zürich und Erftstadt. 2013 schließlich nahm ich meine Tätigkeit als Pastoralreferent in der Gemeinschaft der Gemeinden Korschenbroich auf. Die zahlreichen Veränderungen in Ihren Gemeinden in jüngster Zeit ließen die Verantwortlichen des Bistums die Entscheidung fassen, mich ab Sommer dieses Jahres in der Gemeinschaft der Gemeinden Erkelenz einzusetzen.
Meine Aufgabe wird zum einen der Kontakt und die Begleitung der Menschen in den Umsiedlungsorten sein. Um auch schnell in persönlichen Kontakt mit den Menschen der Gemeinden zu kommen, verantworte ich, gemeinsam mit Gemeindereferentin Ursula Rothkranz, die Erstkommunionvorbereitung in der GdG mit Schwerpunkt auf den Gemeinden der Pfarrgemeinde

St. Maria und Elisabeth. Aus gleichem Grund werde ich den Kontakt zu den Grundschulen in diesem Bereich pflegen. Ein weiterer Schwerpunkt wird das weite Feld der Familienpastoral sein: ich werde versuchen, vorhandene Angebote für Kinder und Familien zu vernetzen und gemeinsam mit Ideengeberinnen und Ideengebern vor Ort (also Ihnen!) Akzente zu setzen.

Ich freue mich auf diese Aufgaben, besonders aber auf die unvorhergesehenen Begegnungen und Fügungen und auf das, was daraus an Lebendigem erwächst.
Ich freue mich auf die Vielfalt, denn Gott ist vielfältig und überraschend. Und auch Menschen sind vielfältig in dem, wie sie ihr Leben gestalten. Und genau dort findet Gott Raum und darf entdeckt werden. „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

So beginnt die Pastoralkonstitution des zweiten Vatikanischen Konzils. Im vielfältigen Leben der Menschen lässt sich Gott finden – davon bin ich überzeugt.
Ich freue mich auf Veränderungen. Die Trauer über den Verlust von Traditionen, Ritualen und Vertrautem darf Raum haben. Ich will mit Ihnen die Veränderungen in unserer Kirche als Chance verstehen, immer wieder neu die „Zeichen der Zeit“ zu deuten. Denn so wird die befreiende Botschaft Jesu heute erfahrbar.
Ich freue mich auf Gemeinschaft. Denn keiner glaubt für sich alleine. Getaufte Christinnen und Christen sind bei aller Vielfalt der Lebensentwürfe zusammengeschlossen in die große Gemeinschaft der Kirche. Jeder und jede gestaltet Kirche mit seinen Talenten mit und macht sie so lebendig und einladend.
Mit einem Aphorismus habe ich begonnen, mich Ihnen vorzustellen. Ich möchte auch mit einem schließen, einem Bild. Bei einer Ausstellung im Rahmen der Heiligtumsfahrt in Aachen zeigten Menschen mit geistigem Handicap in der Pilgerkirche St. Jakob Kunstwerke. Eines davon besteht aus kreuz und querdurcheinander laufenden Schuhen, gerahmt von dem Sinnspruch: „Man muss seinen Weg gehen, aber auch den Mut haben, seine Richtung zu ändern.“ Mutig den Weg gehen – als Gesegnete traut Gott uns das zu.

Ein Wunsch zum Schluss: laden Sie mich ein! Laden Sie mich ein in Ihre Gruppe oder Initiative. Laden Sie mich ein, an Ihren Ideen teilzuhaben!

Es grüßt Sie herzlich    
Boris Kassebeer, Pastoralreferent

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