23. August 2017:

Jakobuskapelle Wockerath

Jakobuskapelle in Wockerath fertig gestellt

"Was lange währt, wird endlich gut", diese alte Redensart trifft auch auf die Jakobuskapelle in Wockerath zu. Zur Baugeschichte der Kapelle ist zu sagen, dass sie nach den Aufzeichnungen des aus Mennekrath stammenden Stadtschreiber Mathias Baux im Jahr 1457 erbaut wurde und neben der Pfarrkirche zu den ältesten Gebetsstätten in der Pfarre zählt. Warum im Holzbalken über der Eingangstür die Jahreszahl 1706 steht, konnte bisher nicht geklärt werden.

Als vor mehr als vier Jahren im ehemaligen Kreuzherrenkloster Hohenbusch eine Ausstellung stattfand, in der auch die Skulpturen der Hl. Odilia und des Hl. Jakobus aus der Kapelle in Wockerath gezeigt wurden – sie sollen aus dem Kloster stammen-, haben Heimatforscher die Wertigkeit und die Schönheit der Figuren erkannt. Sie empfahlen zumindest eine Grundreinigung. Das wurde dann vom Heimatverein der Erkelenzer Lande an den Kapellenvorstand Terheeg herangetragen, der sich der Sache annahm. Unter seiner Federführung wurde dann Kontakt zu der zum damaligen Zeitpunkt mit der Restaurierung des Marienleuchters in der Pfarrkirche beschäftigten Restaurierungswerkstätte "Gruppe Köln" aufgenommen, die um eine Kostenermittlung gebeten wurde. Zu berücksichtigen waren die Auflagen der Denkmalbehörden, die u.a. auch einen erneuten Diebstahl verhindern sollten.

Es ging darum, zunächst den Hl. Jakobus den Älteren, der vermutlich Ende des 15. Jahrhunderts und die Hl. Odilia, die um 1530 geschaffen wurde, in einem ansehnlichen Zustand der Nachwelt zu erhalten. Die Restaurierungswerkstätte unter der Federführung von Frau Carmen Seuffert, die neben dem Marienleuchter auch die Kreuzigungsgruppe in der Pfarrkirche restauriert hat, hat vor vier Jahren mit den ersten Arbeiten begonnen. Die Aufhängung und die Sicherung der Figuren mit einem ansprechenden Hintergrund wurde der Fa. Michael Hammers, freischaffender Künstler und Designer aus Aachen, übertragen. Ein glücklicher Zufall half uns also bei der Umsetzung unseres Vorhabens, einmal, dass zufällig eine anerkannte Restauratorin zum damaligen Zeitpunkt in Erkelenz arbeitete, und zum anderen, dass wir zufällig einen in der ganzen Welt arbeitenden Kunstschmied engagieren konnten.

Die unterschiedlichsten Restaurierungs- und Sicherungsarbeiten wurden angeboten. Unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Kapellengemeinde Terheeg und mit großer Unterstützung durch Herrn Pastor Werner Rombach hat der Kirchenvorstand dann einer Lösung zugestimmt, die für alle Seiten vertretbar war.

Die Umsetzung hat sehr lange Zeit in Anspruch genommen, auch deshalb, weil immer wieder neue Ideen geboren wurden und sich neue Perspektiven auftaten und immer wieder die Fachbehörden eingeschaltet werden mussten.

Schließlich entschlossen sich die Verantwortlichen noch dazu, den barocken hölzernen Altaraufsatz, der um 1700 geschaffen wurde, und die Madonna zu restaurieren.

Als dann alles soweit abgeklärt war, wurde als Termin für die Einsegnung des Altares und die Übernahme der restaurierten Gegenstände der Samstag nach dem Gedenktag des Hl. Jakobus, der 29. Juli 2017, festgelegt.

In einer feierlichen Eucharistiefeier segnete Herr Pastor Rombach – assistiert von Herrn Diakon Druyen - den neuen Altar, der aus Teilen des alten Altares aus der St. Valentins-Kirche in Venrath zurecht geschnitten worden war. Die restaurierten Skulpturen der Hl. Odilia, der Muttergottes und der barocke Altaraufsatz mit dem Schutzpatron, dem Hl. Jakobus dem Älteren, die wieder an ihren Ursprungsort zurückgekehrt waren, wurden in dieser Feier wieder in Dienst genommen. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wohnten mehr als 100 Personen der Feier bei. Die musikalische Begleitung hatte die Chorgemeinschaft Tenholt, Granterath, Hetzerath unter der Leitung von Jürgen Pelz übernommen.

Der Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande, Günther Merkens, enthüllte zum Abschluss der Feierlichkeiten noch eine kleine Gedenktafel, die im Eingangsbereich der Kapelle angebracht ist. Sie zeigt einmal die Jakobsmuschel und verweist u.a. auf die Beziehung der Figuren zum Kreuzherrenkloster Hohenbusch. Viele Besucher nahmen nach der Festmesse Gelegenheit, alle "neuen" Gegenstände zu bewundern. Sie konnten sich überzeugen von den hervorragenden Arbeiten der Restauratoren und Restauratorinnen aus Köln und dem Kunstschmied aus Aachen.

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete ein Umtrunk auf dem Anwesen der Familie Lauten.

Die Kapelle ist täglich geöffnet.

Den Bewohnern der Kapellengemeinde Terheeg und verschiedenen Sponsoren und natürlich auch allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, möchte ich an dieser Stelle recht herzlich für ihre Großzügigkeit und ihren Einsatz danken. Ohne ihre Hilfe wäre das Werk nicht gelungen.

Herbert Günter, Vorsitzender der Kapellengemeinde

 

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