28. Oktober 2017:

Trostwort für den November

Liebe Schwestern und Brüder,

nun ist er wieder da, der Monat, der uns so melancholisch stimmt; der Monat November mit den Tagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und dem Totensonntag.

Mit dem November verbinden wir Nebel, Dunkelheit und Kälte; er riecht nach Abschied und Tod. Es ist der Monat, der uns nachsinnen lässt, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist der Monat, der Erinnerungen wachruft an Vergangenes und damit auch an liebe Menschen, mit denen wir das Leben geteilt haben und die der Tod uns genommen hat.
Und wir denken daran, dass auch wir einmal diese Welt mit all den Bezügen, in denen wir leben, verlassen müssen.
Alles das zieht uns herunter, macht traurig und depressiv.

Dagegen höre ich Worte aus dem Psalm 103: Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Ps. 103,2)

Erinnerungen machen dankbar und Dankbarkeit erhebt das Gemüt; macht froh, schenkt Hoffnung, öffnet wieder den Blick in die Zukunft.

So kann uns der Psalmbeter in zweifacher Hinsicht weiterhelfen:
Gott ist es, so glauben wir, der uns das Leben gab und der es begleitet, und der uns in unserem Leben und auch in dem Jahr, das langsam zu Ende geht, so unendlich viel Schönes und Gutes geschenkt hat.
Versuchen wir uns das Gute, das wir von ihm empfangen haben, noch einmal zu vergegenwärtigen und ihm zu danken. Das lässt uns mit ihm verbunden sein.
Und dann, dann schauen wir auf die Menschen, mit denen wir das Leben teilen durften und die der Tod uns entrissen hat, und schauen auf das, was wir zusammen mit ihnen und durch sie an Gutem erfahren haben. Das macht dankbar, das stimmt froh. Und dieses Gefühl lass uns mit ihnen verbunden sein und bleiben.

Wenn wir uns bewusst machen, dass Gott uns Gutes tut und sich hierzu der Menschen bedient hat, die mit uns waren und mit uns sind, dann dürfen wir zuversichtlich in den November gehen und in die Zukunft sehen.

In diesem Sinne: Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was Gott, der Herr, dir Gutes getan hat mit allen, die dir gut waren und sind.

Ihr Pastor

Werner Rombach

zurück