01. Dezember 2017:

Grusswort Dezember

Josaia Voreqe Bainimarama und mein Kühlschrank

Was haben der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya und der Ministerpräsident der Republik Fidschi Josaia Voreqe Bainimarama, besser bekannt als Frank Bainimarama, gemeinsam? Sie beide sorgen sich wegen einer drohenden Überflutung ihres Landes. Der eine in den peruanischen Anden, der andere auf dem Südseearchipel Fidschi. Der eine sieht sich durch die Klimaerwärmung und die daraus folgende drohende Überflutung eines Stausees seiner Lebensgrundlage als Bauer beraubt, der andere muss tatsächlich um die Überflutung seiner Heimat fürchten. Der eine hat vor dem Oberlandesgericht Hamm einen juristischen Teilerfolg erzielt, weil das Gericht die Klage des Bauern gegen einen deutschen Stromkonzern für schlüssig hält und eine Beweisaufnahme für "wahrscheinlich". Der Konzern sei für 0,47 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der andere hat den Vorsitz der Weltklimakonferenz in Bonn und rückt das Schicksal der Kleinstinsel-entwicklungsstaaten in das Bewusstsein der Welt, denn sie werden es sein, die zuerst durch den durch die Klimaerwärmung verursachten Anstieg der Weltmeere buchstäblich von der Landkarte verschwinden.

Und was hat das mit meinem Kühlschrank zu tun? Viel! Durch mein Verhalten beeinflusse ich direkt den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2. Durch meine Fortbewegung, durch mein Konsumverhalten, durch mein Heizverhalten, durch den durch mich verursachten Stromverbrauch, eben dann auch durch meinen Kühlschrank, um nur einiges zu nennen.

Was tun? Die effektivste Weise, das Weltklima zu schonen ist es …. Trommelwirbel!... Nachwuchs zu vermeiden. Also keine Kinder zu kriegen! Ok, vielleicht rechnerisch richtig, aber schon leicht daneben. Dann eben die zweite Möglichkeit: arm und ungebildet sein. Tatsächlich ist es so, dass der Teil der Bevölkerung, der in wirtschaftlich angespannter Lage leben muss, weniger CO2

verursacht. Warum? Weniger Konsum, weniger Flugreisen.

Auch keine echte Alternative?

Dann hier zehn leicht umzusetzende Tipps:

  1. Strom vom unabhängigen Öko-Anbieter: Der Wechsel ist ganz einfach – und bringt enorm viel für das Klima. Ein durchschnittlicher Haushalt kann dadurch im Jahr bis zu 1,9 Tonnen CO2 einsparen.
  2. Mit Fahrrad, Bus oder Bahn zur Arbeit: Wer pro Tag rund 20 Kilometer Arbeitsweg zurücklegen, spart bei einem PKW-Durchschnittsverbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer rund 640 Kilogramm CO2 im Jahr.
  3. Weniger Fleisch auf dem Teller: Wer sich ausgewogen und fleischreduziert ernährt, erspart dem Weltklima rund 400 Kilogramm CO2 im Jahr.
  4. Kurzstreckenflüge canceln: Die Bahnfahrt dauert länger, ist aber viel umweltfreundlicher.
  5. Bio aus der Region ins Körbchen: Beim Bioanbau wird nur etwa die Hälfte der Energiemenge benötigt, die konventionelle Landwirtschaft braucht.
  6. Heizung runterdrehen: Keiner soll im Kalten sitzen! Aber die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt die CO2-Emissionen pro Jahr um rund 350 Kilogramm.
  7. Volle Maschine, niedrige Temperatur: Die Vorwäsche weglassen und grundsätzlich mit höchstens 60 Grad waschen Anschließend nicht in den Trockner sondern auf die Leine.
  8. Energiefresser im Laden lassen: Wer Neuanschaffungen macht, sollte auf die Energieeffizienz der Geräte achten.
  9. Bye-bye Standby: Standby-Schaltungen sind praktisch, weil man nicht mehr von Sofa runter muss. Aber die Geräte verbrauchen auch in diesem Zustand Energie – oft unnötig viel.
  10. Erleuchtung mit LEDs: LED-Leuchtmittel benötigt bis zu 90 Prozent weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen.

 

Und warum das alles hier in einem Pfarrbrief?

Siehe Bibel Genesis 1, 27-31!

 

Boris Kassebeer, Pastoralreferent

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