01. Januar 2017:

Grußwort Januar

Neues Jahr – alte Menschen!?

Liebe Schwestern und Brüder,

 

natürlich weiß ich nicht, mit wie vielen und welchen Menschen Sie täglich in Familie,
Verein, Nachbarschaft und Beruf in Kontakt kommen. An den beiden weiterführenden Schulen, an denen ich tätig bin, habe ich jedenfalls das Privileg, nicht nur jetzt am Jahresanfang, sondern das ganze Schuljahr hindurch täglich vielen dynamischen Kindern und Jugendlichen zu begegnen.

Mit ihrer Freude über kleine Dinge, mit ihrer Begeisterung und ihrem Optimismus sind sie ansteckend. Ihre unverbrauchte, nicht enden wollende Energie fordert mich immer wieder heraus, neue Wege zu suchen. Sie inspirieren und motivieren mich, immer wieder neu nach dem Ausschau zu halten, was uns mit Gott verbindet und wie wir als Jüngerinnen und Jünger Jesu leben können.

 

Auch das Jahr 2017 ist solch eine Herausforderung. Was kann nicht alles neu werden? Die Tapeten an der Wand, das Auto, die Einrichtung, der Urlaub, der Freundeskreis, der Wohnort der Familienmitglieder, der Beruf oder auch vieles im Beruf, kurz: Um mich herum erneuert sich fast alles irgendwie und ist der Veränderung unterworfen. Manchmal brauchen wir das auch, den Tapetenwechsel, die neuen Einrichtungsgegenstände, um uns zu vergewissern, dass wir selbst lebendig sind. Vielleicht kommt von daher auch der Wunsch, ein neues Auto zu kaufen oder einen bisher unbekannten Ort aufzusuchen. Auch wir der Schule Entwachsenen kennen das Gefühl des Neuanfangs, der Entdeckungsreise, des Wegbeginns.

 

Aber werden auch wir selbst im neuen Jahr neu? Sind unsere ganzen Vorsätze, Absichten und Pläne nicht schon so oft gescheitert oder zumindest in sehr kleine Münze gewechselt worden? Ich glaube, dass das die eigentliche Herausforderung ist, die das neue Kirchenjahr mit dem 1. Advent und auch das Jahr 2017 an uns stellt: Können wir uns von Innen her durch Jesus Christus erneuern lassen? Bleiben wir nicht lieber dabei, alles um uns herum zu erneuern oder an uns vorbei ziehen zu lassen, anstatt die Chance zu ergreifen, neu der Spur Christi zu folgen? Wenn es so ist, wie wir glauben, dass Gott alles neu macht, dass er immer wieder der ganz Neue ist, dann haben wir als seine Abbilder auch ganz schön was zu tun, dann dürfen wir vieles mit neuen, barmherzigeren Augen als im letzten Jahr sehen. Dann dürfen wir vieles als nicht machbar endlich ablegen und das Machbare endlich beginnen. Den mir täglich begegnenden Menschen immer wieder zu vergeben und auch sie um Vergebung zu bitten ist, so glaube ich, der elementarste Baustein gelingender Beziehungen, nicht nur in der Schule.

Es grüßt Sie mit der Bitte um Gottes Segen für unsere Versuche des Neuanfangs in diesem Jahr

Ihr Joachim Ritzka

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