28. Februar 2016:

Grußwort März

Liebe Gemeindemitglieder!

Wir sind mitten in der Fastenzeit. Seit Aschermittwoch haben wir schon ein gutes Stück auf dem Weg nach Ostern zurück gelegt. Dieser Weg führt vom Tod ins Leben. Und dieser Weg ist für mich auf diesem Bild, der Federzeichnung eines Künstlers, der mir leider nicht bekannt ist, dargestellt.

Es zeigt gleichzeitig das Geschehen von Karfreitag und Ostern.

Eine dunkle Wand, durchbrochen, gibt den Blick frei ins Helle. Ein Mensch mit weit ausholendem Schritt geht dem Licht entgegen. Das Kreuz hat in der Wand einen Durchlass eröffnet. Das Kreuz als helle Tür – und nicht, wie auf vielen Bildern dunkel gegen den Horizont.

Die Darstellung ist ungewohnt. Vertraut sind uns die realistischen Bilder von vielen Kreuzen in Kirchen, Kapellen und nicht zuletzt auf Friedhöfen.

Da ist das Kreuz ein Symbol für das Ende des Lebens: Schlusspunkt, über den kein Mensch hinausschauen kann. Auch das Kreuz auf Golgatha bedeutet für die Jünger zunächst das Ende ihrer großen Erwartungen:

"Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde", so redeten die Jünger auf dem Weg nach Emmaus (Lukas 24,21).

Da ist das Kreuz ein Holz, das den Horizont der Zukunft zerschneidet und alle Hoffnung zunichte macht.

Wie oft schon wurde in der Geschichte das Kreuz missbraucht, um Wege zu versperren! Wie oft gerieten und geraten wir Christen bis heute auf den "Holzweg".,

Das Kreuz Jesu wäre längst vergessen wie die unzähligen anderen Kreuze, die im Römischen Reich aufgerichtet wurden, wäre da nicht Gott, der durch dieses Kreuz den Weg zum Leben und zum Licht eröffnet hätte. Gegen alle Vernunft – widersinnig, widersprüchlich, sehr merkwürdig, ganz und gar abwegig, unsinnig - sozusagen! Doch das Bild bietet uns eine Erklärung:

Das Kreuz Christi – Karfreitag – und die Auferstehung Christi von den Toten – Ostern - dürfen nicht unabhängig voneinander gesehen werden.

Wegen Ostern ist das Kreuz für uns Christen nicht das Holz, das den Horizont zerschneidet. Es ist vielmehr die Öffnung in der Wand, die das Licht hereinströmen lässt und den Weg nach vorne frei gibt und die Hoffnung in uns wach hält.

Denn wir Christen brauchen nicht mehr versuchen mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Auch das Gefühl vor eine Wand zu rennen, braucht es nicht mehr zu geben. Man kann sogar "sein Kreuz" auf sich nehmen" - die Öffnung in der Wand reicht für das größte! Und Jesus Christus begleitet uns dabei, denn, auch dass hören wir aus dem Mund der Jünger von Emmaus:

"Der Herr ist wirklich auferstanden" (Lukas 24, 34a)

Diese österliche Gewissheit, die wünsche ich Ihnen und euch und

sage: "Frohe Ostern"

 

für das Pastoralteam Irmgard Zielenbach 

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