01. April 2015:

Grußwort April 2015

„Jetzt ist Schluss mit Karneval!“

So soll sich der frisch gewählte Papst Franziskus geäußert haben, als er sich weigerte, die handgefertigten roten Slipper und die mit einem Edelpelz besetzte rote Mozzetta anzulegen, die wir noch von Papst Benedikt kennen.

Diese Äußerung ist kein Indiz für einen würde- und respektlosen Umgang mit seinem Vorgänger. Franziskus hat mittlerweile einige Male das Gegenteil bewiesen. Sie ist ein deutliches Zeichen eines anderen Verständnisses des Petrus-Amtes. Während der stille und bescheidene Wissenschaftler aus Deutschland noch sehr der Tradition und einem gewissen höfischen Zeremoniell anhing, setzt der Mann aus Argentinien Zeichen eines Neu-Anfangs in einer neuen Zeit mit ganz anderen Prioritäten: mehr Seelsorger als Wissenschaftler zu sein, sich mit den Menschen zu solidarisieren, deren Lebensbedingungen und Lebensumstände ernst zu nehmen, sie ins Auge zu fassen und, wenn eben möglich, sie zu einer Priorität des päpstlichen Handelns zu erklären.

Vor 2.000 Jahren setzte ein Jude ähnliche Zeichen. Auch ihm ging es um Seelsorge als Gesamtpaket, auch er wusste, dass Lebensbedingungen geändert werden müssen, will man den Menschen eine bessere Lebensqualität geben. Er eckte mit diesem Denken und entsprechendem Handeln an, man entledigte sich seiner auf grausame Weise.

Und alle erfuhren drei Tage später:

gegen dieses den Menschen verachtende Zeichen setzt Gott sein eigenes Zeichen, ist seinem Versprechen treu: „Ich überlasse Dich nicht dem Verderben, nicht dem Tod, ich schenke Dir ewiges Leben, eben Leben in Fülle, das Leben eines Auferstandenen!“

Karneval ist vorüber, es lebe das Leben.

Frohe Ostern und den Segen des Auferstandenen wünscht Ihnen
Ihr Diakon Kurt Esser

 

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