29. Januar 2016:

Grußwort

"Alles in Butter – Gott sei Dank!"

 Wo unsere Augen Schönes in vielfältigen Formen wahrnehmen können, mag das Herz voller Freuden sein. Dies kann     etwa geschehen im barocken Stadtkern von Dresden. Im "Zwinger" präsentiert sich dort auch eine Porzellansammlung. Diese "ist mit zwanzigtausend Porzellanstücken die qualitativ wertvollste und größte keramische Spezialsammlung der Welt. Präsentiert werden hier einzigartige Porzellane aus der chinesischen Ming-Periode bis in das frühe 18.Jahrhundert".

Doch wie gelangten seinerzeit die zerbrechlichen Porzellanstücke, die dünnwandigen Vasen, Tassen, Schälchen in Zeiten schwankender Segelschiffe und holpriger Postkutschen aus dem fernen Asien in die sächsische Residenz?

Sicher verwahrt – lautet die Antwort. Man gab sie in mit Butter gefüllte Fässer. Eine Schicht Butter, eine Schicht Porzellan. Bis das Fass voll war. Dann konnte man es transportieren – und tunlichst darauf achten, dass es nicht gerade in der prallen Sonne stand.

"Fahrt vorsichtig, Kutscher!" – mag mancher Begleiter der kostbaren Fracht in Sorge um selbige gerufen haben. Darauf der Kutscher frohgemut vom Bock herab: "Nur keine Bange. Es ist alles in Butter!" (Christian Fischer, "Histörchen aus dem Dresdner Altstadtkern", Dresden 2011, S. 30).

Menschliche Findigkeit kann Schönes erstellen und bewahren. Dem Gläubigen erschließt sich darin Gottes Segen, die Wirkmacht der Liebe Gottes, die Menschen befähigt, Schönes zu verwirklichen und wahrzunehmen. Nicht nur im Karneval darf das Herz voller Freuden sein. Und nicht nur am sogenannten Fettdonnerstag sollte alles in Butter sein. Dazu dürfen wir auf Gottes Segen vertrauen.

Gesegnete Zeit: alles in Butter – Gott sei Dank!

Herzlichen Gruß!
Pfarrer Göbbeler

 

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