01. April 2016:

Grußwort April

"Ich liebe mich, wenn…"

Eine Indianerin pflegte meiner Mutter stets ein paar Rebhuhneier oder eine Handvoll Waldbeeren zu bringen. Meine Mutter sprach kein Araukanisch mit Ausnahme des begrüßenden "Mai-mai", und die Indianerin konnte kein Spanisch, doch sie genoss Tee und Kuchen mit anerkennendem Lächeln. Wir Mädchen bestaunten die farbigen, handgewebten Umhänge, von denen sie mehrere übereinander trug.

Wir wetteiferten bei dem Versuch, den melodischen Satz zu behalten, den sie jedes Mal zum Abschied sagte. Schließlich konnten wir ihn auswendig, ein Missionar hat ihn uns übersetzt: "Ich werde wiederkommen; denn ich liebe mich, wenn ich bei euch bin."                                                       [Legende]

Orte und vor allem Menschen zu kennen und zu haben, in deren Gegenwart man sich wohl und geborgen fühlt, wo man ungehindert und sofort der sein kann, der man wirklich ist, deren Gemeinschaft man immer wieder sucht…., WO MAN SICH SELBST LIEBT, das ist schlicht großartig, ganz besonders! Ich meine nicht das Paradies, sondern das, was wir uns auch schon zu Lebzeiten wünschen. Ich persönlich bringe das ohne Zweifel auch mit Gott in Verbindung, wenn mein Glaube Gestalt annehmen soll, wenn ich ihn spüren möchte. Und wir als Kirche, als Glaubensgemeinschaft konkret hier und heute in Erkelenz, müssen diese Sehnsucht aufnehmen und ernstnehmen. Nicht weil es sich "so schön anfühlt und nett ist", sondern weil wir doch die Nähe Gottes vermitteln wollen. Wie kann irgendwer die Nähe Gottes, seine Wahrheit ahnen, wenn diese erste Voraussetzung schon nicht erfüllt werden kann?!! Wo, wie und durch wen auch immer!

All unsere Aktionen, unsere Angebote, Gruppen, Gottesdienste, Gebete, Gesänge, unsere (Kirchen-) Räume, Sakramente, Dienste, Verkündigungen, unsere Gremien, Ehrenamtlichen, Hauptamtlichen, Hauptberuflichen… müssen sich direkt und indirekt dieser Aufgabe stellen, denn wir sind bereits VON IHM geliebt. Wenn wir das schaffen, ist unser Lob und Dank "am Sonntag in der Kirche" wirklich ein ganz umfassender Höhepunkt. Keine leichte Aufgabe, aber gewiss eine sehr herausfordernde und interessante. Und diese Aufgabe eint uns in dieser großen Pfarre.

Wer sich das wünscht und das sucht, muss irgendwie und irgendwo in unserer Pfarrei Christkönig auf seine Kosten kommen! Oder?

Dem müssen wir in unserer Pfarrei auf der Spur bleiben. Suchen und stärken wir die Momente in unserer Pfarrei, in denen Menschen von sich sagen: "Ich werde wiederkommen; denn ich liebe mich, wenn ich bei euch bin."

Michael Koch
Gemeindereferent/Jugendseelsorger

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