01. Januar 2019:

Auf ein Wort

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Januar eröffnet das Jahr.

Er zeigt uns eine Wirklichkeit unseres Lebens: Altes, Vergangenes immer neu hinter uns zu lassen und den Blick nach vorne zu richten, dem entgegenzusehen, was in unserem Leben geschehen wird und in unser Leben kommen will.

Noch ist es an der Zeit zu ruhen, sagt uns die Natur.

Und vielleicht ist es auch noch einmal an der Zeit, Rückschau zu halten, zu sehen, was wir hinter uns gelassen haben.

Liebe Menschen, treue Begleiter und Weggefährten, auf die man sich einlassen, denen man vertrauen konnte, deren Sterben eine große, nicht zu füllenden Lücke in unserem Leben hinterlassen hat.

Manch alte Tradition wurde begraben, manchmal still und heimlich, manchmal mit großem Aufwand und unter lautem Getöse. Verloren für immer.

Manche Hoffnung auf die Zukunft wurde im Keime erstickt, mancher Mut zu einem Neuaufbruch im Ansatz gebrochen.

Sollte man verzagen, sich zurückziehen, aufgeben? Sich selbst, andere und die Beziehung zu ihnen; Gemeinsamkeiten, die doch stark machen sollten?

Dieser und jener Moment waren schon frustrierend.

Januar-Blues?

Und gleichzeitig wird es draußen jeden Tag um einige Minuten heller. Verheißung? Die zu ahnende Aufforderung: lass dich nicht hängen, rechne mit Helligkeit und Licht…langsam, stetig?

"Seht, ich mache alles neu!"

So lesen wir in der Offenbarung des Johannes (21, 5).

Es liegt etwas in der Luft. Und es riecht nicht modrig oder vergammelt, es riecht frisch und belebend. Es riecht nach Aufbruch, neuer Vision, neuer alter Kraft.

Hermann Hesse wollte ich eigentlich nicht missbrauchen. Aber es stimmt schon: jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Was lesen wir in der Offenbarung weiter?

"Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Sie sind in Erfüllung gegangen." (Offb 21, 6)

Und sie gehen immer weiter in Erfüllung.

Vielleicht sollten wir auf diese Worte vertrauen, vertrauen auf den, der hinter diesen Worten steht.

Vielleicht sollten wir allen Mut zusammennehmen, einen Neubeginn zu wagen; uns aufs Neue einzulassen auf den, der uns immer wieder zuruft: "Fang wieder an! Streif die Mutlosigkeit ab! Sei ein lebendiger Mensch! Die Natur macht es dir doch vor!"

Dieser oder jener Moment des Verzagens wird uns dann nicht aus der Bahn werfen.

 

In diesem Sinne:

Gottes Segen für Sie, Euch und alle, die in Euren Herzen sind.

 

Kurt Esser, Diakon

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